Spielwiese-Simona

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Salz in der Nahrung

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter. Der König hatte sie gebeten, zu sagen, welche Tochter ihn mehr liebt:

Das große Mädchen sagte, dass sie ihn so wie Zucker liebt, Die zweite sagte, dass sie ihn liebt wie Honig. Und die kleine sagte, dass sie ihn liebt wie das Salz im Essen.

Da wurde der König zornig und sagte zu dem Mädchen, es solle das Haus als seine Tochter verlassen.

Die Tochter ging fort und erreichte die Tore eines benachbarten Palastes und bat darum, sehr hart zu arbeiten. Dort erkannte der junge Prinz an ihren goldenen Haaren, dass sie eine Königstochter ist. Er verliebte sich in sie und wollte sie heiraten. Zur Hochzeit wurden alle Könige der Nachbarn eingeladen, so auch der Vater der Braut. Die Tochter bat darum, dem Vater nur Speisen ohne Salz zu servieren. Der König sah, dass die anderen mit großem Appetit aßen, sein Essen aber war nicht gut. Sofort sagte er der Tochter: "Ich will lieber nicht leben als solche Speisen zu essen!" Da erzählte sie ihm die Wahrheit, dass sein Essen ohne Salz war und sagte: "Jetzt wollt Ihr nicht leben ohne Salz, und doch habt Ihr mich verstoßen, weil ich sagte, ich hätte Euch lieber als Salz!" Sofort erkannte der Vater seine Tochter. Er weinte vor Glück, er küsste sie und bat sie um Vergebung. Mkt-10035163-4e82279e73577 350x350c o9mm.jpg


Das Goldene Kreuzlein

"Es war einmal ein Mann und eine Frau, die hatten ein schönes Mädchen. Weil sie aber so arm waren, wollte es niemand zur Frau haben und kam auch nie ein Freier ins Haus. Eines Abends aber kamen zwei Jünglinge, sprachen sehr artig mit dem Mädchen und entfernten sich sehr bald. Als sie im Begriff waren das Haus zu verlassen, wollte sie das Mädchen geleiten. Die Mutter aber raunte ihr zu: "Bleibe zurück!" und gab ihnen selbst das Geleite. Da sah sie die Jünglinge durch den Garten hinter dem Hause gehen. Und als sie in der Mitte des Gartens waren, verwandelten sie sich in zwei helle Flammen und versanken in die Erde. Voller Angst kam die Mutter zurück und sagte dem Mädchen: "Armes Kind, die Jünglinge, die dich besuchten, waren nicht, was sie schienen, sondern zwei gräuliche Smei (Drachen). Als die Jungfrau der Mutter Worte hörte, verlangte sie, Sarg und Grab solle ihr bereitet werden, denn sie stürbe. Kaum war beides bereitet, so starb das Mädchen. Wehklagend begruben es die Eltern in dem Garten. Aus seinem Grab aber schoss ein Obstbaum auf, und in dem grünen Wipfel des Baumes wuchs ein goldenes Kreuzlein, das neigte sich vor jedem Menschen, der es erblickte. Einst als der Kaiser an demselben vorüber ging, neigte es sich wieder. Da befahl ei seinen Dienern, es herab zunehmen und in seinem Schlafgemach aufzustellen, und die Diener taten nach seinem Befehl. Kurz darauf kam eines Abends ein Zigeuner an die Pforte des Palastes und bat um Nachtherberge. Als sie ihm abgeschlagen wurde, bat er immer dringender, bis ihm der Kaiser erlaubte, hinter dem Ofen seines Schlafgemaches zu übernachten. Der Zigeuner, weil er voller Läuse war, konnte nicht schlafen, und sah, wie aus dem Kreuzlein ein schönes Mädchen heraustrat, zum Tische ging uns aß, was der Kaiser übrig gelassen hatte. Am Morgen sprach er zum Kaiser: "Ach, Herr, hättest du doch gesehen, was ich diese Nacht sah, " und erzählte ihm alles. Da sprach der Kaiser: "Wie stelle ichs nur an, das zu sehen?" Der Zigeuner erwiderte: "Lege meine Kleider an und stelle dich hinter den Ofen." Der Kaiser tats und konnte der Läuse wegen auch nicht schlafen. Der Zigeuner aber schnarchte in des Kaisers weichem Bette. Als nun der Kaiser das wunderschöne Mädchen aus dem Kreuzlein treten und zum Tische gehen sah, sprang er hervor, fasste es an der Hand, und weil es so schön war nahm ers zur Frau und feierte schon am nächsten Tage die Hochzeit."


Die Mär von einen Menschen aus dem Dorf

Es war einmal, und wenn es nicht gewesen, würde man es nicht erzählen. Es war ein Mann, dem gefiel es nicht mehr in seinem Dorf. Er dachte immer, in der Stadt würde es besser sein. Die Städter würden Besseres essen und nichts arbeiten. Er nahm sich den Tornister und seinen Hund und brach auf den Weg. Als er ging, begegnete er einem aus seinem Dorf, der fragte ihn: »Wohin gehst du, bade?« Dieser antwortete fröhlich: »In die Stadt, ich soll Fleisch von Hühnern essen und gut leben.« – »Und den Hund, wohin führst du ihn?« – »Auch ihn nehme ich mit in die Stadt, er soll Knochen von Hühnern essen und auch gut leben.« Gut.

Es verging, wieviel vergangen sein wird, nach einiger Zeit begegneten sich diese beiden wieder, der bade kam traurig auf dem Wege aus der Stadt. Dieser fragte ihn: »Von wo kommst du, bade?« – »Aus der Stadt«, antwortete er traurig, fast weinend. »Und den Hund, wo hast du ihn gelassen?« – »Ich habe ihn gegessen« (weinerlich). So geht es allen Leuten, die nicht mehr zufrieden sind in ihrer Heimat.